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Diamantina liegt in einem kargen brasilianischen Gebirge weitab von grossen Städten. Obschon die Diamantenfunde selten geworden sind, suchen heute noch viele Männer den Verdienst beim Schürfen an den Flüssen. Während sie monatelang in Camps leben, sind die Frauen, oft mit einer Kinderschar, auf sich selbst gestellt. Die Kinder wachsen - in Ermangelung einer gesunden Familienstruktur - meist verwahrlost und ohne Schulbildung auf.

Vila Educacional de Meninas
VEM
Ein Projekt der "Gesellschaft zum Schutze des Kindes" (Sociedade Protetora da Infancia)
Diamantina (Minas Gerais) Brasilien

Die Gesellschaft zum Schutze des Kindes (brasilianische Trägerschaft der VEM) ist eine kommunal, staatlich und bundesstaatlich anerkannte gemeinnützige Einrichtung, die 1911 von der katholischen Ordensschwester Luiza gegründet wurde. Es handelt sich um eine nicht staatliche Organisation, die von Bürgern der Stadt Diamantina getragen wird.  

Die Erziehungsstätte für Mädchen (Vila Educacional da Meninas -VEM) wurde Ende 1993 gegründet. Es handelt sich um eine Halbtagesschule. Die Mädchen verbringen den Vormittag in der VEM und sind verpflichtet, nachmittags die öffentliche Schule zu besuchen. Ihnen wird eine allgemeine Erziehung zuteil. Sie werden verpflegt und erhalten Nachhilfeunterricht für die staatliche Schule. In leichten Fällen werden die Mädchen durch eine Lehrerin/ Krankenschwester medizinisch betreut. 
 
Heute betreut die VEM rund 70 Mädchen aus den Armenvierteln Diamantinas. Sie werden im Alter zwischen sieben und zehn Jahren aufgenommen und können bis zu ihrem siebzehnten Lebensjahr in der VEM bleiben. 

Ziele der VEM 

  • Die Mädchen sollen zu einer Lebensführung im christlichen Sinn erzogen werden. 

  • Das Selbstbewusstsein und die Selbstachtung der Mädchen sollen gefördert werden. 

  • Die Mädchen sollen befähigt werden, ein würdevolles Leben zu führen und ihre zukünftigen Kinder in diesem Sinne zu erziehen.

Um diese Ziele zu erreichen, werden den Mädchen Schritt für Schritt folgende Fähigkeiten, Fertigkeiten und Lebenshaltungen vermittelt:

  • Leben in einer Gruppe 

  • Respekt und Liebe zur Natur 

  • Wahrheitsliebe 

  • Ausdrucksfähigkeit

  • Kreativität 

  • Konzentrationsfähigkeit und logisches Denken 

  • Handwerkliche Fertigkeiten 

  • Physische Entwicklung und motorische Kontrolle 

  • Erreichen der Anforderungen der Staatsschule 

  • Persönliche Reife und sexuelle Verantwortung 

Lehrinhalte 

Allgemeinbildung 

  • Hygiene und Gesundheit

  • Sexualerziehung 

  • Ernährung 

  • Naturkunde 

  • Brasilianische Kultur: Gesang, Musik, Theater 

  • Religionslehre 

  • Zeichnen und Malen 

  • Kunsthandwerk und Handarbeiten (Ton, Leder, Holz, Email, Papier) 

  • Nachhilfeunterricht in Schulfächern 

Berufliche Bildung 

  • Kochen und Backen 

  • Zuschneiden und Nähen 

  • Sticken 

  • Haarpflege und Manicure

  • Gartenbau 

Zeichnen, Aquarellmalen und handwerkliche Arbeiten sollen auf berufliche Tätigkeiten vor- bereiten. Für die Ausgeglichenheit und Entwicklung des Kindes ist ein fester Tagesablauf wichtig. Der Stundenplan richtet sich auch nach religiösen und volkstümlichen Festen der Region. 

Organisation und Verwaltung 

Die VEM, als ein Projekt der Gesellschaft zum Schutze des Kindes (Sociedade Protetora da Infância, ist sowohl organisatorisch als auch finanziell unabhängig, Sie trägt sich ausschliesslich durch Spenden. 
Die VEM wird von einem vierköpfigen Gremium geleitet; dessen Mitglieder werden von sämtlichen MitarbeiterInnen der VEM für jeweils zwei Jahre gewählt. 

Der Kreis dieser MitarbeiterInnen setzt sich momentan wie folgt zusammen : 

  • Eine Koordinatorin 

  • Eine Vize-Koordinatorin
    /Sekretärin 

  • Zwei Lehrerinnen, von der Stadtverwaltung gestellt 

  • zwei Lehrerinnen, eine Köchin, eine Gärtnerin, von der VEM gestellt 

  • ca. 25 freiwillige MtarbeiterInnen aus Diamantina zur Anleitung der Mädchen bei speziellen Arbeiten für ein bis zwei Stunden pro Woche 

Alle LehrerInnen und MitarbeiterInnen kommen in monatlichen Sitzungen zusammen, um allgemeine und pädagogische Probleme der Erziehung der Mädchen zu diskutieren und - wenn möglich - zu lösen. Um eine Mitarbeit der Familien anzuregen, finden auch monatliche Zusammenkünfte mit den Müttern der Mädchen statt